Fossil, das ein Jahrhundert im Natural History Museum in London lag, als neue Dinosaurierart identifiziert
Wissenschaftler gaben am 14. Oktober 2026 bekannt, dass ein Schädelfragment, das das Natural History Museum in London 1924 erworben hatte und fast 100 Jahre in einer Schublade lagerte, als neue Art eines räuberischen Dinosauriers identifiziert wurde – benannt Invictibellatrix amberina – und als Europas erster bekannter Megaraptorier anerkannt wird. Die 120 Millionen Jahre alte Kreatur, etwa so groß wie ein großer Tiger, wurde ursprünglich auf der Isle of Wight gefunden.
Forscher des University College London (UCL) und des Natural History Museum in London gaben am 14. Oktober 2026 bekannt, dass ein kleines Schädelfragment, das das Museum 1924 erwarb, nachdem es am Fuß einer Klippe auf der Isle of Wight gefunden worden war, zu einer bisher unbekannten Dinosaurierart gehört, die nun Invictibellatrix amberina genannt wird – lateinisch für „unbezwungene Kriegerin“, mit einem Verweis auf Amber, die Farbe der Gesteinsmatrix des Fossils.
Das Exemplar ist etwa 120 Millionen Jahre alt, stammt aus der Frühen Kreidezeit, und macht Invictibellatrix zum ersten jemals in Europa gefundenen Megaraptorier, womit eine entscheidende Lücke in der weltweiten Verbreitung der Gruppe geschlossen wird. Megaraptorier, nahe Verwandte der Tyrannosaurier, waren wendige, zweibeinige Räuber, die sich durch ungewöhnlich lange, kräftige Vorderarme und 10 bis 20 cm lange Klauen auszeichneten – angepasst, um Beute festzuhalten statt zu beißen.
Das Tier war etwa 1,5 Meter hoch und drei bis vier Meter lang, womit es in etwa der Größe eines großen Tigers entsprach, und trug wahrscheinlich Federn. Die Identifizierung wurde durch eine CT-Untersuchung des Fossils ermöglicht, die es den Forschern erlaubte, die innere Struktur des Schädels dreidimensional zu untersuchen, ohne das Exemplar zu beschädigen.
Hauptautor Dr. Cassius Morrison von der UCL Earth Sciences und Seniorautor Professor Paul Barrett vom NHM veröffentlichten die Ergebnisse in der Fachzeitschrift Royal Society Open Science. Die Entdeckung wurde von der Palaeontographical Society, der Royal Society und UKRI finanziert.
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