Studenten zwingen den Louvre zur Schließung, während Frankreichs landesweite Jugendproteste das Museum erreichen
Dutzende Studierende der École du Louvre blockierten am Morgen des 19. Oktober das meistbesuchte Museum der Welt und verhinderten dessen Öffnung, während die seit einem Monat andauernden Jugendproteste über Frankreichs unterfinanziertes Bildungssystem auch Kultureinrichtungen erreichten.
Am 19. Oktober 2026 versammelten sich Studierende der École du Louvre – der im Louvre-Palast untergebrachten Hochschule für Kunstgeschichte und Archäologie – noch vor Sonnenaufgang und blockierten den Haupteingang des Museums, sodass es nicht zur geplanten Öffnungszeit um 9 Uhr öffnen konnte. Studierende der Nationalen Hochschule für Bildende Künste schlossen sich der Aktion an. Die Demonstrierenden spielten Musik, zeigten Protestkunst und verteilten Flugblätter, in denen sie erklärten, stolz darauf zu sein, das größte Museum der Welt zu blockieren.
Die Aktion war Teil einer breiteren Unruhewelle, die seit fast einem Monat in ganz Frankreich anwuchs: Was als Protest an einer einzigen Vorstadtschule bei Paris gegen verfallende Infrastruktur, Personalkürzungen und zermürbende Arbeitszeiten begonnen hatte, war zu landesweiten Streiks und Straßendemonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und ein nach Ansicht der Demonstrierenden kaputtes Sozialmodell angewachsen. Demonstrationen am Wochenende waren in mehreren Städten bereits gewaltsam eskaliert, wobei die Bereitschaftspolizei Tränengas und Wasserwerfer einsetzte; am Samstag wurden rund 2.400 Menschen festgenommen, und fast 1.000 Polizisten meldeten Verletzungen.
Die Kunststudierenden betonten den friedlichen Charakter ihrer eigenen Blockade und warfen den großen Medien vor, ihre Anliegen zum Bildungssystem zu ignorieren und sich lieber auf Bilder der Krawalle zu konzentrieren. Der Louvre blieb den täglich Zehntausenden Besuchern während der Dauer der Blockade verschlossen.
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