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Kultur · 20. Oktober 2026 · france24.com

KI-Firmen kaufen Millionen Bücher auf, scannen sie und vernichten die Exemplare

Eine Recherche von France 24 deckte auf, dass Technologiekonzerne über Mittelsmänner heimlich Millionen antiquarischer Bücher aufkaufen – darunter seltene und vergriffene Titel –, deren Inhalte für KI-Trainingsdaten einscannen und die physischen Exemplare anschließend schreddern oder einstampfen lassen.

Eine am 16. Oktober 2026 ausgestrahlte Investigativreportage der France-24-Sendung „Focus" deckte eine Praxis auf, bei der Unternehmen aus der Künstlichen-Intelligenz-Branche über anonyme Zwischenhändler massenhaft physische Bücher vom Antiquariatsmarkt aufkaufen, die Texte scannen, um daraus Trainingsdatensätze für große Sprachmodelle zu erstellen, und anschließend die physischen Exemplare vernichten.

Ein niederländischer Buchhändler berichtete, er habe eine Bestellung über 3.000 identische Exemplare desselben Titels zunächst für Spam gehalten, bevor er erkannte, dass sie echt war. Das Ausmaß der Käufe hat zu ungewöhnlichen Preisausschlägen auf dem Antiquariats- und Secondhand-Buchmarkt geführt, und Bewahrer des kulturellen Erbes sowie Bibliothekare warnen, dass seltene Bände – darunter Bücher, von denen nur noch eine Handvoll Exemplare erhalten ist – dauerhaft aus dem öffentlichen Bestand zu verschwinden drohen. Autoren und Verlage argumentieren, die Praxis nutze eine rechtliche Grauzone aus: Da die Unternehmen das physische Objekt kaufen, sei nach ihrer Auffassung keine Urheberrechtslizenz erforderlich – die Urheber des Textes erhalten jedoch keine Vergütung für dessen Nutzung im KI-Training.

Das Team französischer Journalisten beleuchtete in seinem Bericht auch die weiteren kulturellen Dimensionen der Praxis und befragte Büchersammler und Fachleute aus dem Kulturerbe-Bereich, die die systematische Aufkauf- und Vernichtungspraxis unersetzlicher gedruckter Artefakte als stille kulturelle Krise ohne jegliche regulatorische Aufsicht beschrieben. Die Geschichte verbreitete sich in den Tagen nach der Veröffentlichung rasch über YouTube und internationale Nachrichtenaggregatoren.

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