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Berlin · 24. Oktober 2026 · berliner-zeitung.de

Vergesellschaftungsplan für Vonovia träfe Pensionsfonds, nicht nur Investmentfirmen

Eine Analyse der Berliner Zeitung zeigt, dass Berlins Vergesellschaftungsplan für Wohnungen – der Unternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen bei einer gedeckelten Gesamtentschädigung von 16 Milliarden Euro ins Visier nimmt – norwegische und schwedische Pensionsfonds weit direkter treffen würde als US-Investmentgiganten wie BlackRock.

Die geplante Vergesellschaftung großer privater Wohnungsunternehmen steht im Zentrum der Berliner Koalitionsverhandlungen. Die Linke, die Grünen und die SPD sind sich grundsätzlich einig, dass Unternehmen mit mehr als 10.000 Berliner Wohnungen enteignet werden sollen, wobei die Gesamtentschädigung auf 16 Milliarden Euro gedeckelt wäre. Jedes betroffene Unternehmen könnte einen Grundbestand von 10.000 Wohnungen behalten. Die Linke hat die Debatte häufig auf BlackRock zugespitzt – Parteichefin Ines Schwerdtner warf Bundeskanzler Friedrich Merz vor, um seine „BlackRock-Freunde“ zu fürchten –, doch ein genauerer Blick auf die Eigentümerstrukturen zeigt ein anderes Bild.

Laut Unternehmensangaben ist die Norges Bank, die den norwegischen Staatsfonds verwaltet, größte Einzelaktionärin von Vonovia. Auch der niederländische Pensionsfonds ABP zählt zu den institutionellen Investoren. Bei Heimstaden Bostad, das rund 20.000 Berliner Wohnungen besitzt, hält der schwedische Pensionsfonds Alecta 38,7 Prozent des Kapitals, der Versicherungskonzern Folksam weitere 18,9 Prozent und die schwedische staatliche Rentenbehörde Pensionsmyndigheten 2,1 Prozent.

Auch deutsche berufsständische Versorgungswerke – etwa für Ärzte, Anwälte und Architekten – halten Anteile am Berliner Wohnungsbestand. Eine Veröffentlichung der GSW vom November 2022 führte die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe mit einem Anteil von 4,84 Prozent auf.

Die Immobilienrechtlerin Dr. Nadejda Kysel von Advant Beiten sagte der Zeitung, Investoren diskutierten bereits über Portfolioaufteilungen oder Verkäufe, allerdings mache der Abschlag einen vorsorglichen Verkauf unattraktiv. Ihre Warnung war unmissverständlich: „Wenn ein Fonds einen Verlust erleidet, sinkt die Rente.“

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