Welttag des audiovisuellen Erbes: UNESCO will gefährdete Archive retten
Die UNESCO beging den Welttag des audiovisuellen Erbes 2026 unter dem Motto „Ihr Fenster zur Welt“ und würdigte die Rolle von Tonaufnahmen, Filmen und Rundfunkmaterial für das gegenseitige Verständnis zwischen Kulturen und die Bewahrung nationaler Identitäten.
Der Welttag des audiovisuellen Erbes 2026 der UNESCO steht unter dem Motto „Ihr Fenster zur Welt“. Es wurde gewählt, um zu verdeutlichen, wie audiovisuelle Zeugnisse – Radiosendungen, Filme, Fernsehprogramme und Musik – Kulturen weltweit miteinander verbinden und das Identitätsgefühl einer Nation verankern. Der Tag wird weltweit mit Veranstaltungen begangen, die über die UNESCO-Außenstellen und den Koordinierungsrat der Verbände audiovisueller Archive (CCAAA) bekannt gegeben werden.
Im Rahmen ihres 1992 gegründeten Programms „Memory of the World“ (Gedächtnis der Menschheit) führt die UNESCO in diesem Jahr mehrere Projekte zum Schutz gefährdeten dokumentarischen Erbes durch. Unterstützt durch den japanischen Treuhandfonds (Japanese Funds-In-Trust) und das japanische Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie konzentriert sich eine Initiative auf politische Interessenvertretung und den Kompetenzaufbau für Fachkräfte in Gedächtnisinstitutionen.
Ein zentraler Bestandteil dieser Initiative ist die Bewahrung und Digitalisierung von rund 45.000 analogen Tonbandaufnahmen von Radio Mogadischu. Die Aufnahmen dokumentieren den somalischen Alltag, lokale Nachrichten, politische Reden, Unterhaltung und Musik – Material, das einen wesentlichen Teil des kulturellen Erbes Somalias bildet und an künftige Generationen weitergegeben werden muss.
Eine gesonderte Initiative zur Sicherung gefährdeten dokumentarischen Erbes richtet sich an Sammlungen, die durch Naturkatastrophen und menschliches Einwirken bedroht sind. In Sambia verwahrt die staatliche Rundfunkgesellschaft ZNBC (Zambia National Broadcasting Corporation) audiovisuelles Material, das bedeutende Abschnitte der Geschichte des südlichen Afrikas dokumentiert. Ungünstige Lagerbedingungen und veraltete Formate setzen diese Bestände jedoch einem erheblichen Risiko des endgültigen Verlusts aus. Die UNESCO unterstützt ihren Erhalt, indem sie vorrangige Analogbänder und Filmbestände identifiziert und sie in Formate überführt, die mit heutiger und künftiger Technologie kompatibel sind.
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