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Berlin · 20. September 2026 · tagesspiegel.de

CDU erleidet in Berlin schwere Verluste und setzt Kanzler Merz unter Druck

Der Absturz der CDU in Berlin sowie ihre Verluste in Mecklenburg-Vorpommern am selben Tag verschaffen Kanzler Merz laut einem Tagesspiegel-Kommentar eine Atempause, die sich noch als teuer erweisen könnte.

Die CDU gehörte zu den größten Verlierern der Berlin-Wahl am 20. September 2026. Die Partei hatte die Wiederholungswahl 2023 mit rund 28 Prozent gewonnen und den Senat unter dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner geführt. Diesmal fiel sie auf rund 18,8 Prozent und verlor etwa 24 Sitze, womit sie weit abgeschlagen hinter der Linken auf Platz zwei landete. Wegner, der zuvor in der Kritik gestanden hatte, trat nicht erneut an, die Partei ging mit Stefan Evers als Spitzenkandidat ins Rennen.

Weil die CDU am selben Tag auch bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern deutlich verlor, wurden die Ergebnisse rasch zu einem bundespolitischen Thema für Kanzler Friedrich Merz. In einem Kommentar am Wahlabend argumentierte Tagesspiegel-Chefredakteur Christian Tretbar, die Wahlen verschafften Merz eine Atempause. Er warnte, dies könne dennoch teuer werden, weil der Vertrauensverlust so deutlich sei, und beschrieb die Aussicht als einen Abschied auf Raten.

Merz reagierte an diesem Abend mit einem Auftritt in der CDU-Zentrale und erklärte, er werde Kanzler bleiben und seinen Reformkurs fortsetzen. In Berlin selbst hängt die Zukunft der CDU davon ab, ob SPD und Grüne das Gespräch mit ihr oder mit der Linken suchen.

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