Jordanien und Syrien bilden gemeinsamen Sicherheitsausschuss nach umstrittenen Luftangriffen
Jordanien und Syrien haben sich auf die Einrichtung eines gemeinsamen Sicherheitsausschusses und die Wiedereröffnung ihres gemeinsamen Grenzübergangs verständigt, nachdem jordanische Luftangriffe auf vermutete Ziele des Islamischen Staats im Süden Syriens auf einen tödlichen Schusswaffenangriff auf eine Kirche in Jordanien folgten.
Jordanien griff am Montag mutmaßliche Verstecke des Islamischen Staats im Süden Syriens an – als Reaktion auf einen Schusswaffenangriff auf eine griechisch-orthodoxe Kirche in Karak am Freitag, bei dem mindestens neun Menschen getötet und 34 weitere verletzt wurden. Die jordanischen Sicherheitskräfte nahmen später zwei Brüder und ihren Schwager im Zusammenhang mit dem Anschlag fest, zu dem sich der IS bekannte.
Bei den Luftangriffen wurden mindestens sieben Menschen in Deraa und Suwaida getötet, darunter fünf Mitglieder derselben Familie, drei von ihnen Kinder. Syriens Ministerium für Notfälle und Katastrophenmanagement erklärte, seine Einsatzkräfte seien an vier Orten im Einsatz gewesen. Jordanien erklärte, die Operation sei mit Damaskus abgestimmt gewesen – eine Behauptung, die Syrien zurückwies.
In der Folge wurde Nassib, der einzige Grenzübergang zwischen Jordanien und Syrien, kurzzeitig geschlossen, soll laut der syrischen Staatsagentur SANA aber am Mittwochmorgen für den regulären Personen- und Warenverkehr wieder öffnen.
Jordaniens Außenminister Ayman Safadi äußerte in einem Telefonat mit seinem syrischen Amtskollegen Asaad al-Schaibani „tiefes Bedauern“ über die zivilen Todesopfer und betonte Jordaniens Respekt für Syriens Souveränität und Stabilität. Er sagte, die Angriffe hätten auf Erkenntnissen vor Ort beruht und seien darauf ausgerichtet gewesen, „bestätigte Bedrohungen und unmittelbar bevorstehende terroristische Operationen gegen die Sicherheit Jordaniens zu neutralisieren“.
Nach dem Telefonat kündigten beide Außenminister die Bildung eines gemeinsamen Sicherheitsausschusses an, der die Folgen der Angriffe untersuchen und die „Koordinierung im Feld und im Geheimdienstbereich beim Umgang mit terroristischen Bedrohungen“ ausbauen soll, um unschuldige Zivilisten zu schützen.
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