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Wirtschaft · 26. Oktober 2026 · euronews.com

Spanien: Ein Job allein reicht nicht mehr für eine eigene Wohnung

Die Immobilienpreise in Spanien sind seit 2015 um 84,6 % gestiegen, während die Löhne nur um 27,85 % zunahmen – jeder dritte berufstätige Mieter liegt nach Zahlung der Miete unter der Armutsgrenze, und eine ganze Generation wird vom Wohnungsmarkt ausgeschlossen.

Spaniens Wohnungskrise hat sich so weit verschärft, dass ein Job allein längst kein Dach mehr über dem Kopf garantiert. Zwischen 2015 und 2025 stiegen die Immobilienpreise um 84,6 %, während die durchschnittlichen jährlichen Bruttolöhne nur um 27,85 % zunahmen und 2024 bei 29.540 Euro lagen. Die Kluft wird weiterhin größer: Im zweiten Quartal 2026 kletterten die Wohnungspreise im Jahresvergleich um 12,2 %, während die Löhne nur um 3 bis 4 % wuchsen.

Eine aktuelle Studie von Oxfam Intermón ergab, dass 15,49 % der Erwerbstätigen – rund 770.000 Menschen – inzwischen von Armut trotz Arbeit betroffen sind; bei den berufstätigen Mietern fällt sogar jeder Dritte (34,08 %) nach Zahlung der Miete unter die Armutsgrenze. Bei Personen mit Hypothek liegt die Quote dagegen bei 10,22 % und bei Eigentümern ohne Kredit bei 7,95 %.

Laut der spanischen Zentralbank geben vier von zehn Mieterhaushalten mehr als 40 % ihres Einkommens für Wohnen aus. Strukturell liegt die Ursache der Krise im Angebot: Zwischen 2021 und 2025 hat sich ein Defizit von rund 750.000 Wohnungen angehäuft, und 2025 entstanden etwa 225.000 neue Haushalte, während nur rund 92.000 Wohnungen fertiggestellt wurden.

Bei einem durchschnittlichen Immobilienpreis von etwa 200.000 Euro benötigen Käufer rund 60.000 Euro im Voraus für Anzahlung und Kaufkosten – eine Summe, die bei hohen Mieten kaum noch anzusparen ist. Der Ökonom Rafael Pampillón von der Universität San Pablo-CEU warnt: „Geld für die Anzahlung zu haben reicht nicht mehr aus.“

Die Gewerkschaften CC.OO. und UGT haben für den 11. November zu einem Generalstreik aufgerufen und fordern für 2027 eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns um mindestens 7 %. Experten aller Richtungen sind sich jedoch einig, dass Lohnerhöhungen allein das Problem nicht lösen können, da es sich im Kern um eine Krise des Wohnungsangebots handelt.

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