Lapid erklärt sich nach israelischer Wahl zum Sieger – Koalitionsgespräche beginnen
Oppositionsführer Jair Lapid erklärte, der Anti-Netanjahu-Block habe die israelische Parlamentswahl vom 27. Oktober «gewonnen», da seine 67 Sitze die 53 Sitze von Netanjahus Lager übertrafen – tiefe Gräben zwischen den Koalitionspartnern erschweren jedoch die Regierungsbildung erheblich. Die Knesset soll am 10. November vereidigt werden.
Am 30. Oktober 2026 erklärte sich der israelische Oppositionsführer Jair Lapid öffentlich zum Sieger der Parlamentswahl vom 27. Oktober. «Ein Sieg ist ein Sieg», sagte er, nachdem das Anti-Netanjahu-Lager in der 120 Sitze umfassenden Knesset insgesamt 67 Sitze errungen hatte, gegenüber 53 Sitzen für Netanjahus Block.
Die arabischen Parteien hatten mit einem Rekordergebnis von 19 Sitzen zugelegt und damit den entscheidenden Ausschlag gegeben. Doch mindestens drei der vier jüdisch geführten Oppositionsparteien lehnten es ab, gemeinsam mit der arabischen Vereinten Liste oder mit Ra'am eine Regierung zu bilden – was die Bildung einer Koalition zu einem schwierigen Rätsel macht.
Lapid argumentierte, Netanjahus tatsächliche Handlungsfähigkeit belaufe sich auf lediglich rund 40 Sitze, wenn man die ultraorthodoxen, dem Zionismus ablehnend gegenüberstehenden Parteien ausklammere. Er rief seine Anhänger zur Geduld auf und sagte, die Verhandlungen würden «langsam, abseits der Kameras» und in «kleinen Räumen» geführt – statt über öffentliche Schaulaufen.
Auch der von Lapid unterstützte gegnerische Blockführer Gadi Eisenkot verfügte über keinen klaren rechnerischen Weg zu einer Mehrheit. Die Knesset soll am 10. November vereidigt werden; danach beginnt offiziell eine 28-tägige Frist für die Koalitionsgespräche.
Das Ergebnis setzt Israels Muster wiederholter ergebnisoffener Wahlen fort.
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