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Berlin · 28. Oktober 2026 · berliner-zeitung.de

Berlins Staatsanwaltschaften überlastet: 62.776 offene Verfahren bei sinkender Personaldecke

Trotz eines Haushalts für 441 Stellen bei der Staatsanwaltschaft sind in Berlin derzeit nur rund 394 Vollzeitstellen besetzt – 16 weniger als im Vorjahr. Die Berliner Justizverwaltung zählt zur Jahresmitte 62.776 offene Strafverfahren, 338 mehr als eine separate Erhebung des Richterbundes, die selbst einen Anstieg von fast 14 Prozent gegenüber Mitte 2025 auswies.

Die Berliner Staatsanwaltschaft steckt in einer sich verschärfenden Personalkrise: Obwohl der Haushalt der Stadt in diesem Jahr 441 Stellen für Staatsanwälte finanziert, sind tatsächlich nur rund 394 Vollzeitäquivalente besetzt – 16 weniger als vor zwölf Monaten.

Die Zahl der offenen Strafverfahren bei Staatsanwaltschaft und Amtsanwaltschaft zusammen erreichte zur Jahresmitte 2026 insgesamt 62.776 Fälle, davon 38.182 bei der eigentlichen Staatsanwaltschaft und 24.594 bei der Amtsanwaltschaft, die für Alltags- und Massendelikte zuständig ist; deren Fallzahl hat sich seit Mitte 2022 nahezu verdoppelt.

Die Behörde insgesamt erreicht nur 86 Prozent des errechneten Personalbedarfs von 456,5 Stellen, während die Generalstaatsanwaltschaft lediglich zu 70 Prozent ausgelastet ist. Fünfzehn Staatsanwälte sind an das Justizministerium selbst abgeordnet, weitere fehlen wegen Elternzeit oder Sabbaticals.

Die Aussichten verschlechtern sich weiter: Bis 2030 werden 68 Staatsanwälte in den Ruhestand gehen, allein 19 davon im Jahr 2028, während bis Oktober 2026 nur 31 Neueinstellungen abgeschlossen wurden. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer verlängert sich bereits – von 2,0 auf 2,3 Monate bei der Staatsanwaltschaft und von 0,9 auf 1,4 Monate bei der Amtsanwaltschaft.

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