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Berlin · 18. Oktober 2026 · tagesspiegel.de

Berlins Weg zur Vergesellschaftung von Wohnraum: ein Triumph der Linken mit ungewissem Ausgang

Kommentar zum Durchbruch bei den Berliner Koalitionsverhandlungen, bei dem sich Linke, Grüne und SPD auf die Vergesellschaftung von rund 160.000 Wohnungen großer privater Vermieter verständigt haben.

In einem Kommentar im Tagesspiegel vom 18. Oktober 2026 beschreibt Kolumnist Daniel Böldt den Durchbruch bei den Berliner Koalitionsverhandlungen als historischen Moment für die Linke. Nach vier Wochen schwieriger Verhandlungen seit der Wahl im September haben sich Linke, Grüne und SPD darauf verständigt, auf Grundlage eines 25-seitigen Papiers mit dem Titel „Mehr gemeinsam, mehr Berlin“ in Koalitionsverhandlungen einzutreten.

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik bereitet eine Landesregierung die Anwendung von Artikel 15 des Grundgesetzes zur Vergesellschaftung von Privateigentum vor: Rund 160.000 Wohnungen von Unternehmen mit mehr als 10.000 Einheiten in Berlin – darunter Vonovia, Heimstaden und Covivio – könnten in öffentliches Eigentum überführt werden. Die Entschädigung ist auf 16 Milliarden Euro begrenzt, ein entsprechendes Gesetz soll bis Mitte 2028 vorliegen, die Umsetzung soll frühestens 2029 beginnen.

Die Mieten in landeseigenen Wohnungen sollen um höchstens 2 Prozent jährlich steigen, und bis 2031 sollen 100.000 neue Wohnungen gebaut werden. Grüne und SPD stimmen am 21. Oktober ab, die Linke am 31. Oktober.

Böldt argumentiert, Elif Eralp von der Linken habe einen beispiellosen Erfolg erzielt, warnt jedoch, das Projekt könne Berlin noch zum „Gespött“ machen, falls es vor Gericht oder politisch scheitert.

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