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Politik · 18. Oktober 2026 · aljazeera.com

Israelische Siedler greifen europäische Diplomaten während Olivenernte im Westjordanland an

Maskierte israelische Siedler griffen mit Eisenstangen den belgischen Generalkonsul, französische und polnische Diplomaten sowie einen französischen Bürgermeister nahe Taybeh im besetzten Westjordanland an und lösten damit internationale Verurteilung und Forderungen nach EU-Sanktionen aus.

Am 17. und 18. Oktober 2026 griff eine Gruppe maskierter israelischer Siedler eine diplomatische Delegation an, die palästinensische Olivenbauern nahe dem christlichen Dorf Taybeh im besetzten Westjordanland besuchte.

Zu den Angegriffenen zählten Belgiens Generalkonsul für die Palästinensischen Gebiete, französische und polnische Diplomaten sowie katholische Vertreter, die sie begleiteten. Bernard Baudoux, der 78-jährige Bürgermeister von Aulnoye-Aymeries in Nordfrankreich, wurde mit Eisenstangen geschlagen und zu Boden gestoßen. Auch ein belgisches Diplomatenfahrzeug wurde beschädigt.

Der Angriff ereignete sich einen Tag, nachdem die amerikanische Fotografin der Washington Post, Heidi Levine, nach einem separaten Siedlerangriff nördlich von Ramallah schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Seit Beginn der jährlichen Olivenerntesaison wurden mindestens vier Menschen getötet und mehr als 100 verletzt.

Belgiens Außenminister Maxime Prévot verurteilte den Angriff in schärfster Form, machte Israels illegale Siedlungspolitik dafür verantwortlich und kündigte an, sich für EU-Sanktionen einzusetzen. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot forderte Israel auf, die Täter zu verhaften, während Polen jeden Angriff auf Diplomaten als absolut unannehmbar bezeichnete.

Israels Außenminister Gideon Saar bezeichnete die Angreifer als israelische Randalierer und erklärte, die Delegation hätte sich mit dem Militär abstimmen sollen. US-Außenminister Marco Rubio forderte Israel auf, gegen Siedlergewalt hart durchzugreifen. Der palästinensische Vizepräsident Hussein al-Sheikh nannte den Vorfall einen Ausdruck des alltäglichen Terrors, dem Palästinenser ausgesetzt seien.

Die israelische Polizei leitete Ermittlungen ein, bislang gab es keine Festnahmen. Der Vorfall ereignete sich weniger als zehn Tage vor den israelischen Parlamentswahlen am 27. Oktober, bei denen die Regierung von Ministerpräsident Netanyahu einem knappen Rennen gegenübersteht, was die internationale Aufmerksamkeit für die Straflosigkeit von Siedlern im besetzten Westjordanland erneut verstärkte.

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