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Berlin · 30. Oktober 2026 · tagesspiegel.de

Waffengewalt in Berlin nimmt zu: Taskforce „Ferrum“ nach 585 Fällen in sechs Monaten unbefristet verlängert

Die Berliner Polizei hat ihre Sondereinheit gegen Waffenkriminalität, „Ferrum“, nach 585 Waffendelikten im ersten Halbjahr 2026 unbefristet verlängert – nachdem die Fallzahlen 2025 im Jahresvergleich bereits um 68 Prozent gestiegen waren.

Die Berliner Sondereinheit „Ferrum“ gegen Waffenkriminalität, die am 13. November 2025 beim Landeskriminalamt (LKA) gegründet wurde, wird unbefristet weiterarbeiten, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Ursprünglich als kurzfristige Maßnahme geplant, hat die rund 110 Beamte umfassende Einheit inzwischen mehr als 720 Ermittlungsverfahren eingeleitet, etwa 290 Personen festgenommen, mehr als 5200 Personen mit vorübergehenden Auflagen belegt und 80 Haftbefehle erwirkt – 51 Verdächtige sitzen derzeit in Untersuchungshaft.

Die Beamten führten mehr als 300 Durchsuchungen durch, kontrollierten 4120 Fahrzeuge und 886 Objekte und stellten 73 Schusswaffen sowie rund 3400 Schuss scharfe Munition sicher. Als zentralen Schwerpunkt der Arbeit identifizierte die Einheit Erpressung, bei der Schüsse routinemäßig als Einschüchterungsmittel eingesetzt werden.

Parallel dazu wurde bei der Berliner Staatsanwaltschaft die Einheit „Telum“ – lateinisch für „Angriffswaffe“ – eingerichtet, um die Bekämpfung der organisierten Kriminalität zu stärken.

Der fortgesetzte Einsatz erfolgt vor dem Hintergrund einer sich deutlich verschärfenden Waffengewalt: Allein im ersten Halbjahr 2026 registrierte die Polizei 585 waffenbezogene Delikte, darunter 324 Drohungen und 261 tatsächliche Schussabgaben. Im gesamten Jahr 2025 wurden 1119 solcher Fälle erfasst – ein Anstieg um 68 Prozent gegenüber 2024.

Der Tagesspiegel hatte zuvor über die anhaltende Arbeit der Einheit berichtet.

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