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Wirtschaft · 17. Oktober 2026 · taipeitimes.com

Jakarta-Börse erlebt schwersten Absturz seit 1998 nach MSCI-Herabstufungswarnung

Indonesiens Leitindex Jakarta Composite Index brach am 16. Oktober um fast 12 Prozent ein und löste einen Handelsstopp aus, nachdem der Indexanbieter MSCI gewarnt hatte, der Status des Landes als Schwellenmarkt stehe auf der Kippe.

Der indonesische Jakarta Composite Index stürzte am 16. Oktober um 11,57 Prozent ab und schloss bei 5.185,10 Punkten – der schwerste Tagesverlust seit der Asienkrise von 1998. Der Ausverkauf begann bereits mit einem Minus von 8 Prozent zur Handelseröffnung, was einen 30-minütigen Handelsstopp durch den sogenannten Circuit Breaker auslöste. Der Crash vernichtete rund 60 Milliarden US-Dollar an Marktwert und sorgte auch am 17. Oktober weltweit für Schlagzeilen.

Auslöser war eine Warnung des Indexanbieters MSCI Inc., man leite eine Konsultation zur Neueinstufung Indonesiens von „Emerging Market“ auf „Standalone Market“ ein – und überspringe damit die Zwischenstufe „Frontier Market“. Analysten bezeichneten dies als beispiellose doppelte Herabstufung. MSCI begründete den Schritt mit undurchsichtigen Beteiligungsstrukturen, dem Verdacht auf abgestimmten Handel und schwacher Durchsetzung von Regeln. Die Konsultationsphase läuft bis zum 30. April 2027, eine endgültige Entscheidung wird vor dem 30. Juni erwartet.

Indonesien macht derzeit etwa 0,4 Prozent des MSCI Emerging Markets Index aus. Die Bank UBS schätzt, dass eine Herabstufung zu ausländischen Kapitalabflüssen von bis zu 19 Milliarden US-Dollar führen könnte. Mirae Asset Sekuritas rechnet mit rund 3 Milliarden US-Dollar an passiven Abflüssen, während Citigroup Abflüsse im mittleren einstelligen Milliardenbereich prognostiziert.

Die Regierung von Indonesiens Präsident Prabowo Subianto sieht sich verstärkter Kritik an Fragen der Unternehmensführung, der Unabhängigkeit der Zentralbank und der staatlichen Kontrolle über die Wirtschaft ausgesetzt. Die Aufsichtsbehörden haben bereits Reformen angekündigt, darunter umfassendere Offenlegungspflichten für Eigentümerstrukturen und höhere Mindestanforderungen für den Streubesitz.

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