SPD-Chef Krach droht mit Scheitern der Rot-Grün-Rot-Gespräche wegen Antisemitismus
Die Berliner SPD-Vorsitzende Nicola Böcher-Giese und Co-Chef Krach zogen beim Thema Antisemitismus eine rote Linie und warnten die Linke, dass die Koalitionsverhandlungen scheitern könnten, sollten die Positionen nicht überarbeitet werden.
Die Berliner Sozialdemokraten haben am 10. Oktober 2026 den Druck in den laufenden Koalitionsgesprächen mit den Grünen und der Linken öffentlich erhöht.
SPD-Landeschef Krach sagte dem Tagesspiegel, Antisemitismus sei eine „rote Linie“, und drohte, die Sondierungsgespräche könnten scheitern, sollte die Linke ihre Haltung nicht klären – insbesondere zu Personen und Parolen, die bei propalästinensischen Demonstrationen aufgetreten seien.
Die Warnung erfolgte, während die drei Parteien ihre Gespräche nach der Berliner Landtagswahl im September 2026, die ein zersplittertes Parlament hervorgebracht hatte, fortsetzten.
Von der dpa zitierte Analysten hielten eine rot-grün-rote Regierung in der Hauptstadt weiterhin für realistisch und wiesen darauf hin, dass die drei Parteien in den Bereichen Wohnen, Klima und Verkehr nach wie vor näher beieinanderlägen als jede alternative Konstellation.
Dennoch zeigte Krachs Vorstoß, wie fragil das Vertrauen ist; Verhandlerinnen und Verhandler der Linken sollen demnach bereits an einer Antwort arbeiten.
Die Gespräche wurden über das Wochenende in den Parteizentralen fortgesetzt; Beobachter gehen davon aus, dass in den kommenden Wochen ein Koalitionsrahmen vorgestellt werden könnte.
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