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Berlin · 28. Oktober 2026 · tagesspiegel.de

Ehrenamtliche der Telefonseelsorge: Jede Träne am Telefon ist wertvoll

Die Telefonseelsorge in Deutschland bearbeitet jährlich rund 1,3 Millionen Anrufe; zwei Ehrenamtliche aus Potsdam erzählen, warum sie ihre Zeit geben und wie die Nachfrage jeden Herbst steigt.

Die deutsche Telefonseelsorge wird von fast 8.000 Ehrenamtlichen getragen und ist rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres, erreichbar. Im vergangenen Jahr bearbeitete das Netzwerk bundesweit etwa 1,3 Millionen Telefonanrufe sowie fast 100.000 Kontakte per E-Mail und Chat. Eine am 28. Oktober 2026 veröffentlichte Reportage porträtiert zwei Ehrenamtliche der Potsdamer Zweigstelle: eine 39-Jährige, die im November dort ihre Ausbildung beginnt, und eine 55-Jährige, die seit rund drei Jahren Anrufe entgegennimmt.

Beide beschreiben ihre Arbeit als aufmerksames Zuhören statt als Ratschläge-Geben, mit dem Ziel, den Anrufenden das Gefühl zu geben, gehört zu werden, und ihnen behutsam konstruktive nächste Schritte vorzuschlagen – ein Spaziergang, eine Tasse Tee oder ein Gespräch mit einem geliebten Menschen. Wie die erfahrene Ehrenamtliche es formuliert, ist jede Träne, die am Telefon fließt, wertvoll, weil sie nicht länger auf dem Herzen lastet.

Die regionalen Zweigstellen arbeiten oft zusammen, um das Anrufvolumen zu bewältigen, doch Anrufende müssen trotzdem häufig mit Wartezeiten rechnen. Der Artikel hebt ein klares saisonales Muster hervor: In den dunkleren Monaten und rund um Weihnachten steigt die Nachfrage stark an und belastet das Netzwerk zusätzlich.

In Potsdam verpflichten sich die Ehrenamtlichen zu mindestens drei vierstündigen Telefonschichten pro Monat, und Koordinatorin Beate Müller sagt, der Bedarf an neuen Freiwilligen sei ständig gegeben.

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