Foto · sciencedaily.com
Superfluides Helium-Qubit könnte Fehlerraten in der Quantentechnik 100-fach senken
Physiker der University of Surrey haben ein neues Qubit auf Basis von suprafluidem Helium vorgeschlagen, das laut Berechnungen rund 100-mal weniger fehleranfällig sein könnte als heutige supraleitende Qubits.
Physiker der University of Surrey haben am 1. Oktober 2026 einen Entwurf für das veröffentlicht, was sie als ersten Qubit auf Basis einer Suprafluidität bezeichnen – einer reibungsfreien Quantenflüssigkeit, die entsteht, wenn Helium bis knapp an den absoluten Nullpunkt heruntergekühlt wird. Das vom Team entwickelte „Superfluid Helium Oscillator Qubit“ (SHOQ) kodiert Quanteninformation in der kollektiven Bewegung von Heliumatomen statt in einem einzelnen supraleitenden Schaltkreis. Dadurch sei der Qubit, so die Forschergruppe, besser vor elektromagnetischem Rauschen abgeschirmt, das bei modernsten Quantenprozessoren die Fehlerraten dominiert.
Ihre theoretischen Berechnungen deuten darauf hin, dass das SHOQ mit Fehlerraten arbeiten könnte, die rund 100-mal niedriger liegen als bei herkömmlichen supraleitenden Transmon-Qubits. Das wäre ein Schritt, der den Aufwand für Quantenfehlerkorrektur drastisch senken und nutzbare fehlertolerante Quantencomputer näher in greifbare Nähe bringen würde.
Die Ankündigung fiel in einen ereignisreichen Tag für das Forschungsfeld: D-Wave eröffnete eine Beta-Version eines 21-Qubit-Gattermodell-Simulators mit Dual-Rail-Erasure-Emulation, und Alice & Bob demonstrierte zusammen mit der ENS Lyon eine DC-vorgespannte SQUID-Architektur zur Stabilisierung von Cat-Qubits, die mit Spannungen im Mikrovolt-Bereich arbeitet statt mit Mikrowellenpumpen.
Mehr aus dieser Ausgabe

SpaceX-Crew-13 schafft schnellste Dragon-Reise zur ISS

Google startet Project Suncatcher — KI-Chips fliegen ins All

OpenAI stellt GPT-6.1 Sol auf der DevDay 2026 vor

Google DeepMind versieht KI-entworfene Proteine mit Wasserzeichen durch SynthID Bio

Lichtbetriebener Chip erkennt Deepfakes mit 98 Prozent Genauigkeit in 15 Videostreams

NASA wählt Ferninfrarot-Teleskop PRIMA für neue Probe-Explorer-Klasse aus

Antarktisches Meereis erreicht drittniedrigstes Maximum seit Messbeginn

„Science News“ fragt: Endet die 27-jährige Megadürre im US-Südwesten jemals?