Jüdische Berliner berichten von schwindenden Schutzräumen in der Stadt
Jüdische Bewohner berichten dem Tagesspiegel, dass ihre Schutzräume in Berlin nach dem 7. Oktober und den jüngsten Wahlergebnissen immer enger werden.
In einer ausführlichen Reportage, die am 1. Oktober 2026 erschien, spricht der Tagesspiegel mit jüdischen Berlinerinnen und Berlinern, die schildern, wie die Orte, an denen sie sich in der Stadt sicher fühlen, zwei Jahre nach dem Angriff auf Israel am 7. Oktober immer weiter schrumpfen. Die Interviewten erzählen, dass sie bestimmte Stadtteile meiden, ihren Davidstern unter der Kleidung verstecken, Clubbesuche absagen und ihre Kinder mit dem Auto statt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule bringen.
Mehrere sagen, dass die jüngsten Wahlergebnisse in Berlin, bei denen sowohl die AfD als auch linke pro-palästinensische Listen Zugewinne erzielten, ihr Gefühl verstärkt hätten, politisch von beiden Seiten in die Enge getrieben zu werden. Vertreter der jüdischen Gemeinde berichten von einem erneuten Anstieg antisemitischer Vorfälle – von Beleidigungen im Supermarkt bis hin zu Graffiti an Wohnhäusern.
Der Artikel stellt den Schilderungen die Beteuerungen von Berlins Polizeipräsidentin und der Antisemitismusbeauftragten des Senats gegenüber, wonach die Sicherheitsvorkehrungen rund um Synagogen und jüdische Schulen verstärkt worden seien. Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern eine stärkere Präventionsarbeit in Schulen und Jugendclubs.
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