Streik an der Charité: Pflegekräfte legen nieder, Ärzte drohen zu folgen
Der Pflegestreik von Verdi an der Berliner Charité geht weiter; nun befragt der Marburger Bund die Ärzteschaft zu ihrer Streikbereitschaft, während die Universitätsklinik mit einem riesigen Defizit kämpft.
Der Arbeitskampf an der Berliner Charité spitzt sich zu. Verdi hat das Pflegepersonal bereits zu Warnstreiks wegen Bezahlung und Arbeitsbedingungen aufgerufen und wirft dem Klinikmanagement vor, ein millionenschweres Defizit auf dem Rücken der Pflegekräfte ausgleichen zu wollen.
Am 14./15. Oktober 2026 kündigte die Ärztegewerkschaft Marburger Bund an, ihre Mitglieder an der Charité zu befragen, ob sie bereit wären, sich ebenfalls am Streik zu beteiligen – damit könnte an Europas größter Universitätsklinik eine zweite Front entstehen.
Das Krankenhaus warnt, weitere Streiks könnten dazu führen, dass geplante Operationen verschoben werden müssen und die Notfallversorgung in Mitte, Wedding und Steglitz zusätzlich belastet wird.
Die Charité-Leitung erklärt, die Sparmaßnahmen seien wegen einer strukturellen Finanzierungslücke unvermeidbar. Die Gewerkschaften fordern dagegen, der Berliner Senat solle mit zusätzlichen Mitteln einspringen, anstatt Patienten und Beschäftigte die Last tragen zu lassen.
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