Pinguinkot färbt Antarktis-Schnee grün und beschleunigt dessen Schmelze
Eine neue Studie zeigt, dass Pinguinkot weite Flecken grüner Schneealgen entlang der Antarktischen Halbinsel düngt – und dass diese grünen Flächen deutlich mehr Sonnenlicht aufnehmen als sauberer Schnee.
Eine Studie, die am 10. Oktober 2026 Schlagzeilen macht und im „Journal of Geophysical Research: Biogeosciences“ veröffentlicht wurde, zeigt unter der Leitung von Alia Khan von der University of Colorado Boulder, dass Pinguinkolonien entlang der Antarktischen Halbinsel unbeabsichtigt Flecken grüner Schneealgen mit ihrem nährstoffreichen Kot regelrecht aufpushen. Beim Watscheln zwischen Nestern und Meer verteilen die Pinguine phosphathaltigen Guano auf dem Schnee und füttern damit dichte Blüten mikroskopisch kleiner Algen. Feldmessungen zeigen, dass diese grünen Flecken rund 40 Prozent mehr Sonnenenergie absorbieren als sauberer, weißer Schnee, dadurch schneller schmelzen und schnee- und eisfreie Flächen rund um die Brutkolonien vergrößern.
Das Forschungsteam kartierte mithilfe von Drohnen und Satellitenbildern das Ausmaß der Algenblüten entlang der Halbinsel und stellte fest, dass die grünen Flächen wachsen, da die regionalen Temperaturen steigen und sich die Pinguinkolonien nach Süden verschieben. Entscheidend ist: Aktuelle Prognosen zum Eisverlust in der Antarktis berücksichtigen diese biologische Rückkopplung noch nicht – das bedeutet, dass Schätzungen zum künftigen Rückgang von Schnee und Eis auf der Halbinsel bislang zu niedrig ausfallen könnten.
Die Geschichte wurde von phys.org, Nautilus und großen Wissenschaftsnachrichten-Aggregatoren aufgegriffen und fand Resonanz als anschauliches, bildhaftes Beispiel dafür, wie Biologie und Physik beim Klimawandel ineinandergreifen.
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