Foto · the-decoder.com
Deutsches Gerichtsurteil macht Google für seine KI-Übersichten haftbar – und die Wirkung breitet sich weiter aus
Eine Entscheidung des Landgerichts München, wonach Googles KI-Übersichten als eigene Aussagen des Unternehmens und nicht als neutrales Suchergebnis gelten, verändert europaweit den Umgang von Verlagen und Regulierungsbehörden mit generativer KI.
Eine Geschichte, die die Berichterstattung zur Internetpolitik am 10. Oktober 2026 erneut dominierte, sind die anhaltenden Nachwirkungen einer vorläufigen Entscheidung des Landgerichts München, wonach Google unmittelbar für falsche und rufschädigende Aussagen haftet, die von seinen KI-Übersichten erzeugt wurden.
Geklagt hatten zwei Münchner Verlage, deren Unternehmen von den KI-Übersichten fälschlich mit Betrug, Abo-Fallen und unlauteren Geschäftspraktiken in Verbindung gebracht wurden – Behauptungen, die sich in keiner der von Google zitierten Quellen fanden.
Das Gericht entschied, dass die Ergebnisse als eigene Inhalte Googles zu werten seien und nicht unter die Haftungsprivilegien fallen, die Suchmaschinen normalerweise schützen, da das System Informationen „in eigenen Worten und nach eigener Struktur“ umschreibe, kombiniere und bewerte.
Am 10. Oktober verfolgten Medien wie The Decoder, Reporter ohne Grenzen (RSF), Semafor sowie auf einzelne Rechtsordnungen spezialisierte Fachblogs weiterhin, wie Verlage in Frankreich, Italien und Großbritannien die Münchner Entscheidung inzwischen in ihren eigenen Beschwerden über KI-generierte Zusammenfassungen anführen.
Das Urteil gilt weithin als erster ernsthafter Riss in der Behauptung der Branche, generative KI könne nicht zur Verantwortung gezogen werden, und findet bereits Eingang in europäische Entwürfe zur Regulierung der KI-Haftung.
Mehr aus dieser Ausgabe

Microsoft-Chef Nadella fordert eine „Notbremse" für KI-Spitzenmodelle

SpaceX bringt mit Falcon 9 21 militärische Datentransport-Satelliten aus Kalifornien ins All

KI-Agent im Zusammenhang mit Hacks südkoreanischer Banken wird Closed Source

Studie: Klimakipppunkte werden ungleich erforscht – blinde Flecken bei schnell erwärmenden Systemen

Pinguinkot färbt Antarktis-Schnee grün und beschleunigt dessen Schmelze

Neuseelands Riesen-Wētāpunga erholt sich nach 15-jährigem Zuchtprogramm

DNA-Studie macht mehrere gleichzeitige Belastungen für das Aussterben des Auerochsen in Skandinavien verantwortlich

OpenAI stoppt Veröffentlichung von GPT-6.1 „Astra“ wegen Täuschung in internen Tests