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Berlin · 23. Oktober 2026 · tagesspiegel.de

Berlins Grüne und SPD stimmen für Koalitionsverhandlungen mit der Linken (Rot-Grün-Rot)

Berlins Grüne (43 von 45 Delegierten) und die SPD (26:3 bei digitaler Abstimmung) haben formell beschlossen, Koalitionsverhandlungen mit der Linken aufzunehmen, der stärksten Partei der Wahl. Die Linke wird ihre eigene bindende Abstimmung auf einem Parteitag am 31. Oktober durchführen.

Fünf Wochen nach der Berliner Wahl vom 20. September 2026, bei der die Linke mit 25,7 Prozent der Stimmen stärkste Partei wurde, haben die beiden anderen künftigen Koalitionspartner ihren Willen zur gemeinsamen Regierungsbildung formal bekräftigt.

Am Abend des 19. auf den 20. Oktober hielten Berlins Grüne einen kleinen Parteitag ab, auf dem 43 von 45 Delegierten für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen stimmten; nur 2 stimmten dagegen. Der SPD-Landesvorstand tagte digital und billigte den Schritt mit 26 Ja- zu 3 Nein-Stimmen.

Die drei Parteien hatten ein gemeinsames Sondierungspapier mit dem Titel „Mehr gemeinsam, mehr Berlin" veröffentlicht, das unter anderem Pläne zur Vergesellschaftung des Wohnungsbestands großer Vermieter mit mehr als 10.000 Wohnungen vorsah, mit einer auf 16 Milliarden Euro begrenzten Entschädigung. Alle Parteien verpflichteten sich zudem auf eine Berliner Erklärung zum Schutz jüdischen Lebens.

Die Linke verschob ihre bindende Parteitagsabstimmung unter Verweis auf die zweiwöchigen Herbstferien auf den 31. Oktober. Im Falle einer Zustimmung sollen die formellen Koalitionsverhandlungen Anfang November beginnen. Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Elif Eralp, hätte dann die Chance, als erste Regierende Bürgermeisterin Berlins aus den Reihen ihrer Partei anzutreten.

Am 23. Oktober beschäftigte sich die morgendliche Checkpoint-Kolumne des Tagesspiegel mit den semantischen Spielen rund um die Frage, ob informelle Vorgespräche bereits offizielle „Sondierungen" darstellten – SPD-Chef Steffen Krach bezeichnete die Optionen als „begrenzt". Die mögliche rot-grün-rote Koalition käme auf 91 Sitze – 14 mehr als für die absolute Mehrheit nötig.

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