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Berlin · 23. Oktober 2026 · berliner-zeitung.de

Ostpro Berlin startet: Ost-Produkte wecken Nostalgie und Debatte

Die Verkaufsmesse Ostpro mit schwer erhältlichen DDR-Konsumgütern öffnete am Wochenende vom 23. bis 25. Oktober auf der Trabrennbahn Karlshorst. In einem Interview der Berliner Zeitung erklärte eine Marketingprofessorin, dass der Kauf von Ostprodukten nicht mit Sehnsucht nach der DDR-Diktatur gleichzusetzen sei.

Die jährliche Verkaufsmesse Ostpro Berlin fand vom 23. bis 25. Oktober 2026 auf der Trabrennbahn Karlshorst (Treskowallee 159) statt und öffnete am 23. Oktober ihre Tore. Die Messe ist auf Konsumgüter aus den ostdeutschen Bundesländern spezialisiert – Lebensmittel, Kosmetik, Bücher, Keramik, Kleidung und Haushaltswaren –, von denen viele im regulären Supermarktsortiment nicht erhältlich sind. Der Eintritt kostete 3 Euro, Kinder bis zehn Jahre hatten freien Eintritt.

Anlässlich der Eröffnung veröffentlichte die Berliner Zeitung ein Interview mit Professorin Katrin Brunk, Marketingprofessorin an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), die argumentierte, dass Nostalgie nach Ostprodukten nicht mit Nostalgie nach der DDR verwechselt werden dürfe. Sie sagte: „Man kann die Diktatur entschieden ablehnen und trotzdem Teile seines Alltagslebens positiv in Erinnerung behalten.“

Brunk wies darauf hin, dass von rund 700 Konsumgütermarken aus der DDR-Zeit heute noch etwa 100 existieren und dass Veranstaltungen wie die Ostpro für kleinere Hersteller, die in großen Handelsketten keine Regalplätze bekommen, einen wichtigen Vertriebsweg darstellen. Die Produkte haben sowohl einen praktischen Wert (Geschmack, Vertrautheit) als auch eine identitätsstiftende Bedeutung für diejenigen, die mit ihnen aufgewachsen sind.

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