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Berlin · 22. Oktober 2026 · tagesspiegel.de

Wilder Wald überwuchert Erich Kästners Ku'damm-Tennisplätze und blockiert geplanten Wohnungsbau

Der dreizehn Jahre alte Plan eines Investors, auf den historischen Tennisplätzen in Wilmersdorf, die mit dem Schriftsteller Erich Kästner in Verbindung stehen, 70 Wohnungen zu bauen, ist auf ein neues Hindernis gestoßen: Auf dem Gelände ist spontan dichter Wald entstanden, und Förster müssen nun prüfen, ob dieser gesetzlich geschützt ist, bevor mit dem Bau begonnen werden kann.

Ein langjähriger Streit um Wohnungsbau in Charlottenburg-Wilmersdorf hat eine unerwartete Wendung genommen. Ein Investor besitzt eine gültige Baugenehmigung für ein Gebäude mit 70 Wohneinheiten im Innenhof einer denkmalgeschützten Siedlung an den historischen Ku'damm-Tennisplätzen – einem Standort, gegen den Anwohner seit 2013 Widerstand leisten. Frühere gerichtliche Verfahren schienen die Angelegenheit zugunsten des Investors geklärt zu haben.

Die Umweltstadträtin des Bezirks hat jedoch darauf hingewiesen, dass sich auf dem einst offenen Gelände inzwischen von selbst dichter Wald gebildet hat. Nach dem Berlin-Brandenburgischen Waldgesetz kann hinreichend etablierter Baumbestand als geschützter Wald gelten, was vor jeglicher Bautätigkeit eine förmliche forstliche Begutachtung erforderlich machen würde.

Das Gelände hat eine bemerkenswerte kulturelle Geschichte: Es wurde einst von prominenten Berlinern als Tennisplatz genutzt, und auch der Schriftsteller Erich Kästner soll dort gespielt haben. Der am 22. Oktober 2026 veröffentlichte Artikel des Tagesspiegel legt nahe, dass der unerwartete Bewuchs den Gegnern des Bauvorhabens neue Ansatzpunkte liefern könnte, um die Baugenehmigung weiter zu verzögern oder anzufechten. Für die forstliche Begutachtung steht noch kein Termin fest, und es ist noch unklar, wie lange das Verfahren dauern könnte.

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