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Berlin · 22. Oktober 2026 · berliner-zeitung.de

Berlin-Datenleck: Rhysida-Hack könnte Opfer jahrelang verfolgen

Die Ransomware-Gruppe Rhysida hat 1,2 Millionen Dateien, die aus Berliner Senatsverwaltungen gestohlen wurden, im Darknet veröffentlicht, nachdem die Stadt sich geweigert hatte, ein Lösegeld von 2 Millionen Euro zu zahlen; ein IT-Sicherheitsexperte warnt, dass Betroffene jahrzehntelang mit Risiken wie Identitätsdiebstahl und Stalking rechnen müssen.

Im August 2026 drang die Ransomware-Gruppe Rhysida in IT-Systeme der Berliner Senatsverwaltungen für Verkehr und Stadtentwicklung ein und entwendete rund 1,4 Millionen Dateien mit einem Gesamtumfang von 5,8 Terabyte. Nachdem der Senat sich geweigert hatte, 30 Bitcoin (umgerechnet rund 2 Millionen Euro) zu zahlen, veröffentlichten die Hacker das komplette Archiv im Darknet. Die Veröffentlichung enthält rund 12.000 personenbezogene Datensätze, 148 Bankkontonummern, Personalakten, Gehaltsunterlagen, Unterlagen zu Bußgeldverfahren, im Klartext auf Netzlaufwerken gespeicherte Passwörter sowie den 44-seitigen Entwurf eines Zivilschutz-Leitfadens.

Der IT-Sicherheitsexperte Manuel Atug warnt, dass die Folgen noch jahrelang spürbar sein werden, da Betroffene mit Identitätsdiebstahl, betrügerischen Beschäftigungs-Hintergrundprüfungen und Stalking rechnen müssen. Eine am 22. Oktober 2026 in der Berliner Zeitung veröffentlichte Recherche zeigt, dass Berlin sein IT-Sicherheitsbudget 2025 um 44 Prozent kürzte – von 32,2 Millionen Euro auf 18,2 Millionen Euro – und dass die Software zur Angriffserkennung zum Zeitpunkt des Hacks nur 5 Prozent der Geräte in der Bauverwaltung abdeckte.

Zu den prominenten Betroffenen zählt Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU); Kopien ihres Ausweisdokuments und ihrer digitalen Signatur sollen im Archiv aufgetaucht sein. Die künftige Berliner Landesregierung hat verpflichtende Angriffserkennungssysteme für alle Behörden zugesagt, doch Experten zufolge könnte es Jahrzehnte dauern, den vollen Schaden zu beheben.

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