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Berlin · 26. Oktober 2026 · tagesspiegel.de

Reinickendorf entfernt historisches Hakenkreuz-Foto aus Rathaus-Galerie

Das Bezirksamt Reinickendorf hat ein historisches Foto aus der NS-Zeit mit einem Hakenkreuz aus der Galerie im Rathaus entfernt, was einem lokalen Kunstverein den Vorwurf der „Bildzensur“ entlockte – die Bezirksbürgermeisterin sagt, ihr Einwand habe sich nur gegen den Ort der Präsentation gerichtet, nicht gegen das Foto selbst.

Als der Fotograf Tim Gassauer an einem kühlen Dienstagabend rund einem Dutzend Besucherinnen und Besuchern seine Arbeiten in der Rathaus-Galerie in Reinickendorf vorstellte, fehlte ein Bild aus seiner Serie an den Wänden. Seine Fotografien dokumentieren Lüderitz – eine Stadt in Sachsen-Anhalt – zusammen mit dem gleichnamigen Ort in Namibia, und die Serie hängt in der Galerie, die sich hinter dem Büro der Bezirksbürgermeisterin im Rathaus des Bezirks befindet. Bei dem fehlenden Bild handelte es sich um ein historisches Foto aus der NS-Zeit mit einem sichtbaren Hakenkreuz, das das Bezirksamt kommentarlos entfernt hatte. Ein lokaler Kunstverein reagierte scharf und bezeichnete die Maßnahme als „Bildzensur“ – er verteidigte das Zeigen historischer Dokumentation in einer öffentlichen Galerie. Die Bezirksbürgermeisterin entgegnete, ihr Anliegen habe sich speziell auf den Standort des Fotos im Rathaus bezogen, nicht auf das historische Bild als solches, und schlug vor, es anderswo auszustellen. Die Episode spiegelt eine breitere Spannung im deutschen öffentlichen Leben wider, wie und wo NS-Bildmaterial auf staatlichem Eigentum erscheinen darf. Ob ein Kompromiss gefunden werden kann, bleibt offen.

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