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Berlin · 22. Oktober 2026 · tagesspiegel.de

Berliner soll eine Wohnung 39-mal vermietet und 124.000 Euro Kaution kassiert haben

Ein 51-jähriger Angeklagter steht vor dem Berliner Landgericht, weil er eine einzige Wohnung nahe der Friedrichstraße 39-mal an verschiedene Menschen vermietet haben soll, obwohl ihm diese nicht gehörte – dabei kassierte er 124.000 Euro an Kautionen und Erstzahlungen, übergab aber nie einen Schlüssel.

Ein 51-jähriger Mann musste sich am 21. Oktober 2026 vor dem Berliner Landgericht wegen umfangreicher Betrugsvorwürfe verantworten.

Der Anklage zufolge bot er eine Einzimmerwohnung mit Terrasse in der Nähe der Friedrichstraße im Berliner Zentrum insgesamt 39-mal verschiedenen Wohnungssuchenden an. Bei jeder Besichtigung legte er ein gefälschtes Ausweisdokument vor, um sich als der im Mietvertrag eingetragene Bewohner der Wohnung auszugeben – einer Wohnung, die ihm weder gehörte noch zur Vermietung überlassen worden war.

Von jedem Opfer soll er eine Kaution von rund 3.400 Euro verlangt haben – bestehend aus zwei Monatsmieten zu je 800 Euro, der ersten Monatsmiete sowie 1.000 Euro für die Kücheneinrichtung – was sich auf insgesamt rund 124.000 Euro summierte, ohne dass er je Schlüssel oder Besitz übergeben hätte. In einem separaten Anklagepunkt wird ihm vorgeworfen, im Dezember 2024 vier Käufer im Rahmen eines fingierten Hausverkaufs betrogen zu haben, bei dem es um 490.000 Euro in bar ging.

Der Angeklagte, der sich seit vier Monaten in Untersuchungshaft befindet, wies die Vorwürfe vor Gericht zurück und erklärte, ein Geschäftspartner sei dafür verantwortlich – wobei er sich bei der Befragung wiederholt widersprach. Der Prozess läuft bis zum 26. November 2026 weiter. Der Fall verdeutlicht, wie verwundbar Wohnungssuchende auf dem extrem angespannten Berliner Mietmarkt sind, wo sich auf eine einzige Anzeige Hunderte von Interessenten bewerben können.

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