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Berlin · 22. Oktober 2026 · berliner-zeitung.de

Bundespräsidentenwahl 2027: Angela Merkel führt Umfrage mit 47 Prozent an – obwohl sie absagt

Eine Analyse der Berliner Zeitung zu Umfragen für die Bundespräsidentenwahl 2027 zeigt, dass die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 47 Prozent Zustimmung zur Eignung alle Kandidaten anführt – mehr als 20 Punkte vor jedem Rivalen –, obwohl sie wiederholt eine Kandidatur ausgeschlossen hat.

Da die zweite Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im März 2027 endet und die Bundesversammlung ihre Wahl für den 30. Januar 2027 vorsieht, verschärft sich das Rennen um das höchste Staatsamt in Deutschland. Eine am 22. Oktober 2026 veröffentlichte Analyse der Berliner Zeitung zeigt, dass Angela Merkel die Eignungsumfragen mit 47 Prozent Zustimmung klar dominiert und alle Rivalen um mehr als 20 Prozentpunkte übertrifft – obwohl sie wiederholt erklärt hat, nicht antreten zu wollen, und dabei auf die Notwendigkeit verweist, dass es „jemanden mit mehr Kraft“ brauche nach 16 Jahren als Kanzlerin.

Formal führende Kandidatin unter den erklärten oder wahrscheinlichen Bewerbern ist die CSU-Politikerin und bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner mit 26 Prozent Eignungszustimmung, wobei 36 Prozent der Befragten sie noch nicht kennen. Fernsehmoderator Günther Jauch (25 Prozent) und Komiker Hape Kerkeling (24 Prozent) übertreffen überraschend mehrere Berufspolitiker.

Die Umfrage zeigt, dass 74 Prozent der Bürger das Geschlecht eines Kandidaten für irrelevant halten, 63 Prozent jemanden unter 60 Jahren bevorzugen und die meisten ein gemäßigtes, zentristisches Profil favorisieren. Ein deutlicher regionaler Unterschied zeigt sich dabei: 43 Prozent der Ostdeutschen sagen, die regionale Herkunft solle bei der Wahl eine Rolle spielen, gegenüber nur 25 Prozent im Westen – eine erhebliche Herausforderung angesichts des Mangels an prominenten ostdeutschen Kandidaten in den aktuellen Diskussionen.

Keine einzelne Koalition verfügt über eine eigene Mehrheit in der Bundesversammlung, sodass eine parteiübergreifende Einigung auf einen Kandidaten erforderlich sein wird.

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