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Berlin · 21. Oktober 2026 · tagesspiegel.de

Mücken plagen Angestellte das ganze Jahr über am Bahnhof Potsdamer Platz

Mitarbeiter von Geschäften im Berliner Bahnhof Potsdamer Platz berichten auch im Oktober von zwei bis drei Mückenstichen pro Tag, da sich Hausmücken an das Überwintern in der Wärme der U-Bahn-Tunnel angepasst haben.

Mitarbeiter mehrerer Geschäfte im Berliner Bahnhof Potsdamer Platz berichteten am 21. Oktober 2026, dass sie trotz der herbstlichen Jahreszeit weiterhin von Mücken gestochen werden – mit einer Rate von „zwei bis drei Stichen pro Tag“. Beschäftigte eines Asia-Marktes, eines Blumenladens und eines Kiosks im Bahnhof sagten, das Problem bestehe seit Jahren und sei im Oktober genauso schlimm wie im Sommer. Sie hätten es mit Ventilatoren, Steckdosen-Mückenabwehrgeräten und Schutzaufklebern versucht, allerdings mit begrenztem Erfolg.

Sandra Junglen, Virologin an der Charité, erklärte, dass sich die Hausmücke erfolgreich an städtische unterirdische Umgebungen angepasst habe: Die konstante Wärme und Dunkelheit der U-Bahn-Tunnel ermöglichten es den Insekten, das ganze Jahr über zu überleben und sich zu vermehren – ein Phänomen, das auch in der Londoner U-Bahn dokumentiert sei.

Die BVG, die den U-Bahn-Teil betreibt, teilte dem Tagesspiegel mit, sie habe keine ungewöhnliche Mückenansammlung festgestellt und sehe keinen Handlungsbedarf. Die Deutsche Bahn, verantwortlich für die S-Bahn-Bereiche des Bahnhofs, bestätigte das Vorkommen der Mücken als „ein bekanntes Naturphänomen“ und erklärte, man sammle derzeit Daten, bevor gezielte Maßnahmen in Betracht gezogen würden.

Obwohl die Hausmücke theoretisch das West-Nil-Virus übertragen kann, hielten Experten das Risiko in einer Tunnelumgebung für vernachlässigbar.

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