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Berlin · 21. Oktober 2026 · berliner-zeitung.de

BVG schafft Fahrkartenautomaten ab — Fahrgastverband schlägt Alarm

Berlins Verkehrsbetrieb BVG plant, bis 2029 alle klassischen Fahrkartenautomaten durch bargeldlose digitale Validatoren zu ersetzen – ein Vorhaben, das der Fahrgastverband IGEB als Bedrohung für ältere und bankkontolose Fahrgäste verurteilt.

BVG-Vertriebsdirektor Michael Beer kündigte am 21. Oktober 2026 an, dass der Verkehrsbetrieb plane, bis 2029 alle klassischen Fahrkartenautomaten aus dem Berliner Nahverkehrsnetz zu entfernen und durch rund 3.600 digitale Validatoren zu ersetzen, die nur kontaktlose und app-basierte Zahlungen akzeptieren. Barzahlungen an den Automaten wären dann nicht mehr möglich. Mehr als 900 Verkaufsstellen im Einzelhandel sollen für das Aufladen von Prepaid-Karten erhalten bleiben.

Der Berliner Fahrgastverband IGEB warnte umgehend, dass die Digitalisierung nicht zu einer Sparmaßnahme zu Lasten der Fahrgäste werden dürfe, und verwies auf den Ausschluss älterer Menschen, Personen ohne Bankkonto sowie sehbehinderter Reisender, die Schwierigkeiten mit den kleinen Displays der Validatoren hätten.

Auch der verkehrspolitische Sprecher der AfD, Daniel Krüger, kritisierte den Plan.

IGEB wies darauf hin, dass Wien, Kopenhagen, London und Helsinki neben digitalen Optionen weiterhin klassische Automaten bereithielten, was Berlins geplanten Ansatz international ungewöhnlich mache.

Die BVG argumentierte, der Verzicht auf Bargeldabwicklung und Automatenwartung werde erhebliche Kosten einsparen und entspreche dem weltweiten Trend.

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